Shakshuka – oder wie wir sagen „geiles Essen“

„immer, wenn ich bei Euch vorbei jogge, steht Ihr in der Küche und kocht“ sagte ein guter Bekannter im Dorf neulich zu mir.

„dann unterbrich doch das Joggen einfach und komm mal zum Essen vorbei“

Tatsächlich bleibt die Küche bei uns selten kalt. Hier wird experimentiert, geschlemmt und Opas Klassiker feiern Renaissance. In diesem Haus macht Essen glücklich – Bewohner und Gäste.

Gestern haben wir ein tolles Sommergericht wiederentdeckt und ein wenig … ergänzt.

Shakshuka (im Original ohne, bei uns mit Hackbällchen 😉)

Für die Hackbällchen:

  • 500g Hack (Rind oder gemischt)
  • 2 Eiweiß
  • 1 Knoblauchzehe (gepresst oder sehr fein gehackt)
  • 4-5 EL Semmelbrösel
  • 1/2 TL Backpulver
  • 1 EL Mondamin
  • 6 EL kaltes Wasser
  • 1 TL gekörnte Brühe
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 Prise Zucker

Alle Zutaten sehr gut vermengen und solange verrühren, bis eine weiche, homogene Masse entstanden ist. Mit einem Esslöffel kleine, etwa wallnussgroße Bällchen formen.

Die Hackbällchen in einem Wok oder einer großen, hohen Pfanne mit etwas Öl kräftig anbraten. Sie dürfen knusprig braun sein, müssen aber noch nicht ganz durchgegart sein.

Hackbällchen aus der Pfanne nehmen, warm halten und beiseitestellen, das Öl kann für das Shakshuka im Wok bleiben.

Für das Shakshuka:

  • 1 Zwiebel oder 2-3 Schalotten
  • 1 Knoblauchzehe (gepresst oder sehr fein gehackt)
  • 1 rote Paprika
  • 6-7 frische Tomaten (kurz abgebrüht und selbst geschält) oder 1 große Dose geschälte Tomaten
  • 100g Schafskäse
  • 4-5 Eier
  • 2-3 EL Olivenöl
  • 1/2 TL Paprikapulver
  • Cayennepfeffer (alternativ Tabasco)
  • Salz
  • Pfeffer
  • Prise Zucke
  • Chiliflocken oder ½ Schote frisch (fein gehackt)
  • frische Petersilie, glatt (fein gehackt)

Zunächst den Backofen auf 180° vorheizen (Ober- und Unterhitze).

Zwiebeln und Knoblauch fein hacken.
Paprika in feine Streifen schneiden.

Das Olivenöl in den Wok oder die hohe Pfanne geben und erhitzen. Darin die Zwiebeln und die Paprikastreifen andünsten, bis sie weich sind. Dann den Knoblauch dazugeben und ebenfalls andünsten.

Die geschälten Tomaten dazugeben, mit Paprikapulver, Cayennepfeffer und Chilli würzen. Alles zusammen ca. 10-15 Minuten köcheln, bis die Tomaten schön weich sind. Gelegentlich umrühren. (es darf aber ruhig auch mal am Pfannenboden einwenig ansetzen)

Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen und die Hackbällchen dazugeben. Noch einmal ca. 5 – 10 Minuten min köcheln lassen.

Den Schafskäse in kleine Würfel schneiden und über dem Gemüse verteilen.

Die Eier aufschlagen und (wie Spiegeleier) auf dem Gemüse verteilen.

Die gesamte Pfanne in den Ofen geben und für ca. 10min backen – so lange bis das Eiweiß gestockt ist – das Eigelb aber noch etwas flüssig ist.

Aus dem Ofen nehmen, mit der frischen Petersilie (fein gehackt) bestreuen und direkt in der Pfanne servieren.

Dazu passt am besten frisches Landbaguette (und Rotwein).

Wir haben uns Teller und Besteck gespart – und direkt mit dem Löffel aus der großen Pfanne gegessen.

Ich sag nur: „geiles Essen“ und lasst es Euch schmecken!

Zu dritt ist es eine Party

„oh ja, so will ich leben. Wild & geil.“

„genau. Hauptsache frei, unbeschwert und nur das machen, was ich will.“

Erinnert Ihr Euch? War es bei Euch auch so?

Bei mir jedenfalls war es so – Hauptsache nicht spießig. Und total aufregend musste alles sein. Frei und unbeschwert.

Es ist noch gar nicht so lange her, da wollten wir alles Geld zusammen schmeißen und einfach losfahren. Den ganzen Tag Musik, wahnsinnig kreative Projekte, immer und überall Sex, fremde Länder und Kulturen erobern, geiles Essen, am Strand schlafen. Sowas.

Laut google maps sind wir genau 451 m weit gekommen. Ich müsste das tatsächlich mal nachmessen. Mach ich auch – wenn es nicht mehr regnet.

Die große Reise hat uns also in das Haus mit dem blauen Zaun geführt.

Damit hatte sich das mit dem Geld zusammen schmeißen auch erledigt – zumindest hat es jetzt die Form von Ziegelsteinen. Und die stehen hier seit mehr als 100 Jahren und wollen nicht an den Strand.

Plötzlich machst Du dir Gedanken über Deinen Vorgarten, schließt Lebensversicherungen ab und hast ein überschaubares Monatsbudget. Ich höre meine Eltern schon kichern.

Aber egal – wir sind ja immer noch die alten, wild & geil. In diesem Haus wird es rauschende Partys geben. Ein Haus der offenen Türen soll es sein. Und wenn die Terrasse erstmal gepflastert ist, gehen wir wieder auf Reisen.

Die Terrasse ist seit einem Jahr fertig. Fast genau so lange können und dürfen wir nicht reisen – es sei denn, wir haben Lust auf Urlaubserinnerungen auf der Intensivstation. Und ganz so unbeschwert und cool sind wir dann irgendwie doch nicht.

Zusammen mit den Reiseeinschränkungen hatte sich das mit den rauschenden Partys auch erledigt. Stattdessen gibt es home-office, Kontaktsperren und einen Wechsel beim Strom- und Gasversorger.

Die Erkenntnis kommt nicht plötzlich, vielmehr weht sie ganz langsam zu Dir herüber wie der Duft von frisch gebackenem Kuchen: die größte Reise ist die zu Dir selbst.

Ein gutes Bett kostet mindestens so viel, wie eine Reise nach Bali. Und irgendwann erinnerst Du dich auch daran, dass es am Strand viel zu hart und unbequem ist, um dort zu schlafen. Jedenfalls schläft es sich in einem guten Bett viel viel besser. Und auch andere Dinge sind wilder & geiler als mit Sand dazwischen.

Statt rauschender Partys gibt es im Haus mit dem blauen Zaun plötzlich regelmäßig gutes, selbstgemachtes Essen. Der Besuch von guten Freunden ist eher selten aber wertvoll. Und wenn erstmal Ruhe eingekehrt ist, bist Du plötzlich viel kreativer und produktiver als je zuvor.

Acht Wochen später:

Die geliebte Hausbesetzerin macht sich ernsthaft Gedanken darüber, ob das Spielzeug vielleicht zu klein ist und verschluckt werden könnte. Wir geben uns gegenseitig updates über Häufigkeit, Konsistenz und … naja, egal. Alle Kabel, Bücher und losen Gegenstände werden in mindestens 1,5m Höhe deponiert. Das Monatsbudget wird für ausgesuchte Leckereien klaglos überzogen. Und selbstverständlich gibt es auch gleich neue Versicherungen und diverse Ratgeber werden gelesen.

Seit Karl in das Haus mit dem blauen Zaun eingezogen ist, ist es hier auch wieder „wild“. Wilde Tobe-Partys auf dem Teppich, wilde Verfolgungsjagden im Garten und wilde Schmuseattacken überall.

Und ganz ehrlich – es ist total geil, zu dritt den letzten Rest der Pandemie zu meistern. Wir werden wieder reisen und zu dritt am Strand laufen. Und wir sind endgültig Herr und Frau Mustermann geworden – so wie jeder andere hier im Dorf auch irgendwie. Jeder auf seine Weise. Und das ist gut so.

(Und deshalb wird es hier ab sofort auch regelmäßig Hunde-Content geben 😉)

Ich freue mich, wenn es regnet …

… denn wenn ich mich nicht freue, regnet es trotzdem.

Es gibt unendlich viele Gründe, schlechte Laune zu haben: Das Wetter, der eigene Kontostand, der böse Nachbar, die nicht enden wollenden Corona-Einschränkungen, der nervige Job ….

ABER: die schlechte Laune macht diese Dinge auch nicht besser, ganz im Gegenteil.

Deshalb halten wir für Euch heute ein Plädoyer für die Hoffnung und eine gute Grundstimmung.

Wichtige Anmerkung:
Selbstverständlich gibt es Lebensumstände, auf die der folgende Text nicht zutrifft. Schwere Krankheiten, Not, der Verlust von Angehörigen oder andere persönliche Situationen können dazu führen, dass der folgende Text unangemessen wirkt. Solche Umstände sind mit dem folgenden Text ausdrücklich NICHT gemeint.

Der folgende Text ist die persönliche Meinung des Autors und lediglich als Denkanstoß gemeint.

Jeder kennt diese Menschen: egal was passiert, sie lächeln, haben gute Laune und sehen in jeder beschissenen Situation auch noch das Positive. Wie machen die das?

Zunächst einmal: auch diese Menschen sind mal traurig, verzweifelt oder schlecht gelaunt. Aber viel seltener. Und wenn, dann eher still. Sie tragen ihre Sorgen nicht zu Markte. Und das ist ein guter Anfang: denn je mehr man über große und kleine Missstände spricht, desto größer und mächtiger erscheinen sie. Deshalb

Tipp 1:
Sprich nicht dauernd darüber, was gerade nicht gut läuft oder Dich stört. Besprich Deine Sorgen regelmäßig (aber nicht jeden Tag) mit wenigen, engen Vertrauten.

Ist es nicht total schön und angenehm, wenn man mit einem Lächeln durchs Leben geht?! Wir alle lieben dieses Gefühl. Die gute Nachricht ist: Gute Laune kann man sich selbst verordnen.

Die meisten von uns achten darauf, dass wir uns morgens die Zähne putzen, etwas ordentliches anziehen, das Bett gemacht ist und ab und zu räumen wir sogar die Wohnung auf. Macht uns das Spaß? Nö! Und trotzdem machen wir es – weil es ja sein muss. Wir sind mehr oder weniger diszipliniert.

Wie wäre es, wenn wir auch mit unserer Stimmung ein wenig diszipliniert sind? Auch wenn es manchmal schwerfällt: lass uns beschliessen, dass wir gute Laune haben und machen es dann einfach. So wie wir die Spülmaschine ausräumen, obwohl wir dazu gerade gar keine Lust haben.

Tipp 2:
Gehirnforscher haben herausgefunden, wie man sein Gehirn bei schlechter Laune überlisten kann: durch Grinsen bzw. bewusstes Lächeln. Such Dir für 90sek. einen Ort, an dem Dich niemand sehen kann und grinse. So richtig breit, über das ganze Gesicht. Die Muskeln, die Du dafür brauchst, senden dem (schlechtgelaunten) Gehirn die Botschaft: „ich freue mich“ und überlisten es dadurch. Probier es aus, nach mind. 90sek grinsen wird sich Deine Stimmung langsam verbessern. Wirklich!

Ob Zeitung, Fernsehen oder online: die Nachrichten sind voll von Problemen, Skandalen oder sogar Katastrophen. Klar – schlechte Nachrichten und Aufreger erhöhen die Auflage und verkaufen sich besser. Aber das musst Du nicht mitmachen. Niemand zwingt Dich, jede Nachrichtensendung zu schauen oder jeden Artikel zu lesen.

Dasselbe gilt auch für die sozialen Medien. Du musst nicht jeden geteilten Link lesen oder kommentieren, Du musst auch nicht alle Kommentare lesen. Es tut gut, Nachrichten auf das Wichtigste zu reduzieren und nicht jede Diskussion mitzumachen.

Dadurch sparst Du sogar Zeit. Diese Zeit könntest Du nutzen für Dinge, die wirklich gute Laune machen und Hoffnung geben.

Und ganz ehrlich: durch die Corona-Einschränkungen haben wir doch gerade viel Zeit, oder?!:

  • Raus in die Natur

Spaziergänge in der Natur mit einem wachen Blick. Schau dir die Entwicklung an. Achte auf Tiere und Pflanzen – jeden Tag die gleichen. Dann wirst du die Veränderung oder auch die Beständigkeit wahrnehmen. Zudem steigert Zeit an der frischen Luft das Wohlbefinden. Vielleicht triffst du sogar ein paar nette fremde Personen, mit denen du auch auf Abstand in ein spannendes Gespräch kommst.

  • Eine aufmerksamere Gesellschaft

Soll ich meinen alten Nachbarn etwas vom Markt mitbringen? Fege ich für meine Nachbarn den Bürgersteig mit? Geht es meinen Freunden gerade gut? Was macht eigentlich meine Oma so ganz allein? Sollte ich ihr ein Paket zur Freude senden? Viele beantworten diese Fragen jetzt ohne Zucken und gehen aufmerksamer mit der Freundschaft, Familie und Nachbarschaft um. Nutze auch Du die Zeit, anderen etwas Gutes zu tun. Damit tust Du Dir selbst ebenso etwas Gutes.

  • Kreative Stunden genießen

Wir haben wieder die Zeit einem Hobby nachzugehen – Malen, Basteln, Handwerkeln, Gesellschaftsspiele, Garten, Tiere, Fahrzeuge, Kochen, Backen… was auch immer. Die Menschen werden wieder kreativ.

  • Dinge erledigen

Es macht nachweislich zufrieden, wenn Du Dinge erledigst.
was wolltest Du schon lange mal machen? Welche Projekte warten darauf, endlich umgesetzt zu werden? Schreibe sie auf eine Liste und fang an. Einfach machen. Du wirst sehen, wie gut es tut, Dinge auf der Liste abzuhaken.

Vielen Menschen fehlt in dieser Zeit die Hoffnung. Die Hoffnung darauf, dass die Einschränkungen bald vorbei sind, die Hoffnung, dass alles so wird „wie früher“, die Hoffnung auf …. Ja, worauf eigentlich?

Es gibt Grund zur Hoffnung – jeden Tag! Die Hoffnung kann ganz konkret sein oder auch allgemein und ohne konkretes Thema.

Es geht immer weiter, egal was passiert. Wir Menschen haben in der Geschichte schon soviele Dinge gemeistert. Zwei schlimme Kriege, die Pest, die spanische Grippe, Weltwirtschaftskrisen, Umweltkatastrophen. Das war alles schlimm, sehr schlimm sogar!

Und trotzdem: irgendwann wurde es besser, war es überstanden und hat zu dem guten Leben geführt, welches wir kannten.

So wird es auch diesmal sein. Es dauert manchmal länger und man braucht Geduld. Aber eins ist sicher: nichts bleibt für immer, egal wie schlimm es gerade ist.

Schau mal: in Rekordzeit wurde ein wirksamer Impfstoff gegen Corona entwickelt. So etwas dauert normalerweise viele, viele Jahre. Wir haben es in knapp 1 Jahr geschafft. Ja – es dauert nun etwas länger als gedacht, bis wir alle geimpft sind. Aber das Schaffen wir auch noch, mit etwas Geduld und Zuversicht.

Viele alte Gewohnheiten sind durch den Lockdown und die Schutzmaßnahmen nicht mehr möglich. Wir alle vermissen es, ins Restaurant zu gehen, Freunde zu umarmen, Konzerte zu besuchen und vieles mehr. Jeder hat seine ganz persönlichen, lieb gewonnenen Dinge, die es plötzlich nicht mehr gibt.

Aber wie wäre es, wenn Du einfach neue Gewohnheiten entwickelst? Die alten haben ja irgendwann auch einmal angefangen, bevor sie selbstverständlich wurden. Also: mach was Neues, lass es zur Gewohnheit werden und freue Dich darüber, dass Du die Möglichkeit dazu hast. Zum Beispiel der regelmäßige Spaziergang in der Natur, kochen für und mit der Familie, das neue Hobby, das regelmäßige Telefonat mit dem besten Freund oder der Oma, Bücher lesen und vieles mehr.

Wir finden, die neuen Gewohnheiten sind mindestens ebenso schön wie die alten!


Was Du noch alles tun kannst, um Hoffnung und gute Laune zu bekommen:

  • Lies ein gutes Buch.
  • Treibe Sport, bewege Dich mehr als sonst.
  • Lerne eine neue Sprache, irgendeine.
  • Denk über ein Problem nach und löse es
  • Viel mit Freunden oder Familie telefonieren. Besser noch: Gespräche mit den Nachbarn über den Gartenzaun oder von Balkon zu Balkon.
  • Räume auf –> Ausmisten und Ordnung befriedigen den inneren Monk in Dir. Verschenke das, was du selbst nicht mehr brauchst und jemand anderes freut sich darüber.
  • Male etwas. Auch wenn Du nicht malen kannst – male etwas. Du musst es ja niemandem zeigen, wenn Du nicht willst.
  • Schreibe einen Brief oder eine Postkarte an jemandem, dem Du noch nie geschrieben hast (jeder freut sich darüber).
  • Führe Tagebuch (richte hier den Blick auf: Was war heute gut? Wie war meine Stimmung? Was hat es mit mir gemacht?).
  • Schütze Dich vor Energiefressern: Manche Dinge geben einem nichts. Dann lass sie bleiben.
  • Nimm dir bewusst Zeit nur für Dich (ein langer Spaziergang allein, ein Vollbad, ein Zimmer für dich).
  • Baue etwas selbst, was du sonst kaufen würdest.
  • Repariere etwas, statt es wegzuschmeißen.
  • Mach ein Lager-Feuer.
  • Geh dein Blut spenden.
  • Suche Zitate zu deinen Stimmungen, halte sie in deinem Tagebuch fest.
  • Freue dich bewusst über das Glück von anderen.

Zitate:

“Es ist die Hoffnung, die den schiffbrüchigen Matrosen mitten im Meer veranlasst, mit seinen Armen zu rudern, obwohl kein Land in Sicht ist.” (Ovid)

“Solange ich atme, hoffe ich.” (Marcus Tullius Cicero)

“Bist du weise, so mischst du das eine mit dem anderen und wirst weder hoffen ohne zu zweifeln, noch verzweifeln ohne zu hoffen.” (Seneca)

Das römische Bad und der Astralkörper

Zugegeben, so richtig viel passiert hier ja gerade nicht. Wie die allermeisten anderen auch, verbringen wir die Tage und Abende zu Hause in der unerschütterlichen Hoffnung, damit unseren kleinen Beitrag zu leisten, dass dieses Virus irgendwann einfach keine Lust mehr auf uns alle hat.

Über die Hektoliter Rotwein und andere erheiternde Getränke, die wir hier so durchschleusen, können und wollen wir nicht öffentlich sprechen. Aber was ich mich tatsächlich frage: der gute Rum hat angeblich 8-10 Jahre gelagert, der Rotwein muss auch eine ganze Weile gefasst darauf warten, um uns zu gefallen. Wo kommt der ganze Stoff eigentlich her, der in den pandemiegeplagten Häusern und Wohnungen so versoffen wird? Wir können doch nicht die Einzigen sein, die plötzlich einen Hang zur Vieltrinkerei entwickeln?! Und jahrelang gelagerter Rum oder Wein lässt sich doch nicht beliebig vervielfältigen. Ist das Zeug etwa irgendwann mal alle? Oder anders gefragt: wenn es nach defacto 9 Monaten Lockdown immer noch genug davon zu kaufen gibt – was haben die Produzenten früher damit gemacht, als noch nicht so viel zu Hause gesoffen wurde?

Wie auch immer, das Bäuchlein wächst, der Frust gelegentlich auch und da heißt es charmant von der Seite: „tu was“

Ich mach ja immer so Listen. Erstens fühlt es sich gut und total Erwachsen an, todo-Listen zu schreiben. Zweitens bin ich einigermaßen vergesslich.

Also habe ich mir zu Beginn unseres Abenteuers hier im Haus diverse Listen angelegt. Natürlich wurden die Listen immer wieder verfeinert, verworfen, vergessen und neu sortiert. ABER: es gibt Listen.

Wisst Ihr was meine größte Erkenntnis aus diesen Listen ist?

Alles hängt mit allem zusammen.

Es ist eine Krux: wenn Du kein Licht in der Werkstatt hast, kannst Du nichts reparieren. Wenn Du nichts reparieren kannst, kommst Du nicht voran. Wenn Du nicht voran kommst, gibt’s erst Ironie, dann Spott und irgendwann ein Augenrollen. Ihr wisst schon – DIESES Augenrollen, das gefährliche.

Also: Licht in der Werkstatt habe ich inzwischen. Es ist gerade noch rechtzeitig zwischen Ironie und Spott fertig geworden. Zack – einen Punkt auf der Liste abgehakt. Listenpunkte abhaken fühlt sich übrigens an wie Geburtstag haben. Darauf kann man gerne auch mal mit der Hausbesetzerin anstoßen – wenn sie fertig gespottet hat. Noch gibt es ja genug Gute-Laune-Getränke zu kaufen.

In den letzten Wochen ganz unbemerkt in der Liste nach oben geschoben hat sich das Brennholz. So ein stolzer Kachelofen will auch gefüttert sein. Und die Liebste braucht es warm. Für diese beiden Besonderheiten war mein Holzvorrat nicht kalkuliert.

Gut abgelagertes, ofenfreundliches Brennholz ist zur Zeit ja wie Goldstaub. Alter Schwede, dafür kann man ja jeden Tag drei Flaschen …. aber lassen wir das.

Mein findiger Junior hat dann irgendwann eine vielversprechende Quelle aufgetan: 3 Jahre abgelagert, am Stamm, selbstabholen im Wald. Als ich den Preis gehört habe, wollte ich zur Feier des Tages die gute Flasche … naja, ihr wisst schon. Aber erst die Arbeit, dann das Vergnügen! Wer Listen schreibt, kann sich auch mal zusammenreißen.

Auf dem Weg zum Holz fühlen wir uns unschlagbar. Super Schnäppchen, Kettensäge dabei, Holzfällerhemd am Leib. So’n Männerding eben.

Als wir den Weg schließlich sehen, den das Holz gehen muss, fühlen wir uns nicht mehr ganz so heldenhaft. Holz geht nämlich nicht so gern allein, es lässt sich tragen. 500m quer durch den Wald, einen recht steilen Abhang hinauf. Jeden Stamm einzeln. Insgesamt 8 srm. Mein Handy verrät mir später, dass wir das Holz insgesamt 5 km geschleppt haben, über 87 Stockwerke. Wie sagte ein grinsender Spaziergänger, als er uns beobachtet: „Holz macht zweimal warm“. Du mich auch!

Als die erste von drei Touren endlich verladen ist, fällt uns ein, dass wir die Stämme ja auch wieder abladen müssen. Und irgendwo lagern. Zuversichtlich plane ich die rechte Seite des Scheune dafür ein. Zufrieden mit meiner Wahnsinns-Idee, das Holz trocken in der Scheune zu lagern, lehne ich mich zurück und warte darauf, dass meine Schulter aufhört beleidigt zu sein.

Wir haben uns fast ein wenig erholt, als wir auf den Hof rollen. Nach einem schnellen Kaffee beschließen wir, das Holz doch noch abzuladen.

Ein Stamm links, einer rechts auf die Schulter – übermütig stößt mein Junior die Tür zur Scheune auf. Da wo das Holz lagern soll.

„Hallo Norbert“

Ich habe heute noch gar nicht soviel gegessen, wie ich kotzen möchte.

Ja natürlich – Norbert macht inzwischen Sommerferien. In meiner Scheune. War ja so versprochen.

Und da ist sie wieder, die Erkenntnis: alles hängt mit allem zusammen.

Da, wo Norbert jetzt steht, soll das Holz hin. Da wo Norbert stehen sollte, wartet der Sperrmüll darauf, dass ich in der todo-Liste endlich bei Prio 6 ankomme….

Kurz und gut, wir lagern das Holz draußen, neben der Scheune.

Nach einer unruhigen Nacht schreite ich am nächsten Morgen zur Tat. Der geliehene Anhänger ist ja noch da, es liegt weniger als 10cm Neuschnee und so geht es nicht weiter. Ich schleppe alten, steif gefrorenen Teppichboden aus der Scheune, meterweise altes Holz, unnützen Kram und altes Zeugs – was sich seit dem Auszug der alten und Einzug der neuen Hausbesetzer eben so angesammelt hat. Insgesamt 470kg verrät mir der viel zu freundliche Herr am Recyclinghof später.

Und morgen sehen wir uns wieder. Denn wir haben noch etwas geerbt: dort, wo später einmal die Hühner leben sollen, lagert Marmor. Wenn ich Lust hätte, ein öffentliches, römisches Bad zu bauen – es würde dafür reichen. Etwa die Hälfte des Marmorschatzes konnte ich schon verschenken. Es wird also ein kleines Bad, liebe Nachbarn. Nur für etwa 100 Besucher. Aber das ist ja besser als nix, oder?

Apropos nix – nix da!

Der Marmor kommt weg. Und so schleppe ich mal wieder. Während es vor allem Oberschenkel und Schultern trainiert, wenn man Baumstämme den Berg hinaufschleppt, sind heute die Arme dran. Stimmt es eigentlich, dass Frauen auf soooooolche Oberarme stehen? Ich hätte da welche. Marmor sei Dank!

Und so ist es vollbracht: heute ging die letzte Fuhre den Weg aller Dinge. Und die Scheune ist leer. Wenn ich nicht Muskelkater in den Oberschenkeln hätte, ich würde einen Freudentanz aufführen. Ich habe stattdessen anders gefeiert – und zwei Punkte auf der todo-Liste gestrichen, die eigentlich noch gar nicht dran waren.

Und jetzt gehe ich baden und meinen Astralkörper salben. WER LACHT DA?!

Friday’s for Fish

Wenn wir etwas durch Corona und den Lock-Down gelernt haben, dann ist es wohl neben der ständigen Suche nach geeigneten Outdoor-Freizeitmöglichkeiten die alltägliche Frage nach „was essen wir denn heute“, die schon keiner mehr hören mag und bei uns mittlerweile ein Augenrollen hervorruft. Aber es nutzt ja nichts, solange wir nicht raus können holen wir uns die kulinarische Küche eben nach Hause, Zeit haben wir ja gerade im Überfluss…

Damit einher geht auch die ständige Suche nach neuen und ultimativen Küchengeräten. Ganz ehrlich, ich dachte immer diese Hochleistungsgrills sind kaum zu bezahlen, aber wir haben eine schöne Variante gefunden, die einen guten Job tut und nicht direkt den finanziellen Ruin bedeutet.

Gibts z.B. hier: https://amzn.to/39YqmfV

In diesem Ofen kann man neben Fleisch auch wunderbar Pizza backen, nachweislich und im Selbstversuch getestet. Vielleicht hat der Meister des selbsterfundenen Pizzateiges noch die Muße, eben dieses auch in diesem Blog zu teilen. Es lohnt sich auf jeden Fall dort vorbei zu lesen. 😉

Also, heute gibt es Lachs. Wir haben eine frische Lachsseite gefunden und wollen nun unseren Ofen bemühen. Als Beilagen gibt es schlicht einen gekochten Romanesco vom Wochenmarkt in Lüneburg und klassische Salzkartoffeln, die wir auch gerne regional kaufen, mit einer Sour Cream.

Den Lachs marinieren wir schon mittags. Dafür mischen wir etwas Soja Sauce, den Saft einer Zitrone und einen guten Schuss flüssigen Honig. Nach belieben kann noch brauner Zucker und etwas süße Chilisoße dazu gegeben werden. Den Lachs den Nachmittag über immer wieder mit der Marinade bestreichen und gut abgedeckt kaltstellen. Der Lachs braucht nicht lange in dem Hochleistungsofen, daher können die Beilagen schon fast fertiggekocht sein, wenn wir mit der Zubereitung des Fisches beginnen.

Für die Sour Cream verwenden wir ein typisches BBQ Rezept. Dafür Schmand und Magerquark als Basis vermischen. Nach eigenem Geschmack und Gusto noch folgende Komponenten ergänzen: Knoblauch, Zwiebel, Schnittlauch, Weißweinessig, Zucker, Zitronensaft, sowie Salz und Pfeffer. Am Besten werden diese Cremes, wenn man sie schon am Vortag zubereitet und über Nacht ziehen lässt.

Wenn es dann soweit ist: Kartoffeln wie gewohnt mit Salz kochen, den Romanesco im Ganzen in eine leichte Brühe geben und bis zur gewünschten Festigkeit garen.

Wir hatten unseren Fisch nur 6-7 Minuten im Ofen, also wirklich bis kurz vor dem Servieren mit der Zubereitung warten, auch wenn es schwer fällt. 😉 Den Ofen nicht ganz auf die heißeste Stufe stellen, sondern die gute Mitte wählen. Den Fisch auf die unterste Schiene in den Ofen schieben und beim Bräunen zuschauen, das ist besser als Fernsehen! Der Fisch ist durch die Hitze außen knusprig und innen noch sehr zart, so wie es sein sollte. In diesem Sinne – Guten Appetit!

Zart und kross

„leider nein…“ – als mich die vorlaute Hausbesetzerin am Rechner sitzen sieht und die Überschrift liest, fragt sie doch tatsächlich „oh, schreibst Du einen Artikel über mich?“

„Leider nein, zumindest nicht heute“

Ich schaffe es kaum mich umzudrehen und sie frech anzugrinsen, während ich antworte. So satt bin ich. Mal wieder. Es ist nicht nur einigermaßen langweilig, still und ohne jedes Leben in diesem Dorf – es ist auch noch fatal. Denn durch den Lockdown konzentrieren wir uns auf das Wesentliche – Essen.

Die alltägliche Frage „was essen wir heute?“ löst inzwischen nicht nur Lachkrämpfe aus, sondern lässt uns die Küche in all ihrem Reichtum an Geräten, Kochbüchern, Gewürzen und Zutaten voll ausnutzen. Und dabei entsteht alle paar Tage ein neues Lieblingsgericht.

Und deshalb sollt Ihr in loser Folge all unsere kulinarischen Sünden kennenlernen. Ganz nebenbei eröffne ich hiermit also die Rubrik „P. & S. leckere Alltagsküche“ in diesem Blog.

Lasst uns mit einem Klassiker beginnen. Ganz ehrlich – es gibt nichts Geileres als ein Schnitzel – außer zwei Schnitzel.

Und so gab es heute 2×2 Schnitzel mit Salat, Pommes und Spiegelei. Unspektakulär? Halleluja, ich würde meine Mutter verkaufen dafür!

Wenn es Dir ähnlich geht, habe ich am Ende eine Empfehlung, was Du Dir unbedingt anschaffen solltest – je nach dem, wieviel Deine Mutter einbringt. Aber wir haben seit kurzem definitiv einen neuen Lieblingsmitbewohner.

Aber lasst uns mit dem Star des Abends beginnen: DAS Schnitzel

Ich denke, das Fleisch sollte gut, vor allem aber frisch sein. Kalb ist natürlich die Krönung, Schwein hat mich heute aber auch extrem glücklich gemacht.

Wie vor kurzem erwähnt, für mich sollte neben der Hausbesetzerin auch das Schnitzel zart und kross sein. Und das geht so:

Ich breite die Schnitzel auf der Arbeitsplatte aus, Abstand zueinander etwa 3 Finger breit. Dann lege ich eine Frischhaltefolie darüber, nehme der Frau des Hauses gerade noch rechtzeitig die Pfanne aus der Hand und los geht’s. Mit wohl dosierten, aber kräftigen Schlägen schlage ich die Schnitzel mit dem Pfannenboden platt. Am besten geht das, wenn Du die Pfanne auch mit der zweiten Hand führst, also eine am Griff und die andere in der Pfanne. Und dann immer druff, bis das Fleisch richtig platt – und somit zart – ist. Wenn das Schnitzel nach deiner Behandlung etwa doppelt so groß ist wie vorher, ist es perfekt.

Das arme Schnitzel! Lass es sich kurz erholen und kümmere Dich um das „kross“.

Dafür schlägst Du 2-3 Eier auf, gibst Paprika, Pfeffer, Fleisch- oder Grillgewürz nach Belieben und ein wenig Salz dazu und verquirlst das ganze kräftig mit einer Gabel oder Schneebesen. Anschließend gibst Du das gewürzte Ei in einen flachen Teller, der mindestens so groß wie Deine Schnitzel ist.

Da Du von den Tellern ja mindestens 6 hast – und aktuell höchstens drei brauchst, nimm Dir gleich einen zweiten dazu und stelle ihn neben den Teller mit dem Ei. Auf diesen zweiten Teller kommt reichlich Paniermehl oder Semmelbrösel drauf. Das vermischt Du ebenso wie das Ei mit ein wenig Salz, Paprika, Pfeffer, Fleisch- oder Grillgewürz nach Belieben.

Bevor wir es vergessen: mach schon mal den Ofen an, ca. 100°, Ober- und Unterhitze. Und dazu brauchst Du gleich eine Auflaufform o.ä. nebst Alufolie.

Wenn die Frau des Hauses die Pfanne nicht gerade als Meinungsverstärker braucht, nimm sie dir (die Pfanne), lass sie auf dem Herd gut heiß werden und gib ein wenig (ca. 1 TL) Butterschmalz hinein. Ersatzweise geht auch Butter. Das bringt Geschmack! Dazu gibst Du reichlich Öl, wirklich reichlich. Das gibt später die goldgelbe Farbe.

Beides in der Pfanne ordentlich heiß werden lassen.

Das erste Schnitzel ist schon ganz ungeduldig. Du ziehst es als erstes durch das Ei. Richtig reinlegen, wenden, durchziehen. Es soll möglichst viel Ei am Schnitzel hängen bleiben.

Danach geht es mit kühnem Schwung zum Teller daneben, den mit den Semmelbröseln. Ebenso intensiv hineinlegen und bebröseln. Überall am Schnitzel soll das Zeug kleben.

Und wenn das so ist – zack rüber in die heiße Pfanne. Das Fett muss richtig blubbern, das Schnitzel fast im heißen Öl schwimmen.

Jetzt heißt es wachsam sein: Nicht zu früh – aber auch nicht zu spät wenden. Du hast tatsächlich nur 1 Versuch. Ich mache es immer mit der Gabel: Ecke hochziehen und nach der Farbe schauen. Ist das Schnitzel gold-gelb-knusprig, kannst Du es umdrehen. Vorher nicht!

Wenn auch die andere Seite Deinen Vorstellungen entspricht, legst Du das Prachtstück in eine Auflaufform, Alufolie drüber und zum Ruhen und nachziehen in den Ofen. Ca. 15min

Weiter geht’s dann mit dem nächsten. Aber Achtung: Öl wechseln nicht vergessen. Ich nehme bei jedem Schnitzel tatsächlich neues Öl/Butterschmalz. Ich mag diese kleinen, verbrannten Brösel nicht.

Während Du so vor Dich hin schnitzelst, könnte Dein Mitbewohner/Mitbewohnerin folgenden wirklich sehr leckeren Salat vorbereiten:

Feldsalat, grob gerupft
rote Paprika oder Spitzpaprika, in schmale Streifen geschnitten
Cocktailtomaten, halbiert
Walnüsse, grob gehackt
Avocado, in mundgerechte Streifen geschnitten
Feta, in mundgerechte Würfel geschnitten

Alles gut mit der Hand vermischen (ja! Salat muss mit der bloßen Hand vermischt werden). Ein paar Salatkörner drüber – fast fertig.

Fehlt nur noch ein Dressing. Hier gab es heute eine eigene Kreation aus
Dattel-Speck-Crema
Olivenöl
Soja-Soße (die salzige)
ein Löffel Honig
Kräutermischung

Und während Ihr so Schnitzelt und Schnippelt, tut jemand anderes ganz leise und zuverlässig seinen Dienst: seit ein paar Wochen wohnt ein AirFryer bei uns. Jaja, ich weiß. Voll der Trend. Aber tatsächlich. Ich habe mich ja immer konsequent gegen eine klassische Fritteuse gewehrt. Gut so! Ein AirFryer ist nicht nur eine Alternative, es ist der Hammer!

Für alle, die ihn nicht kennen: das ist wie eine Fritteuse, nur mit ohne Öl. Stattdessen mit Heißluft.

Ich war zuerst ja skeptisch – typisch Mann eben: „was wollen wir damit?“ „Heiße Luft kann ich auch!“ „§€**°°&$%<“

Ich mach es mal kurz: wer Pommes, Kroketten, Currywurst, Brathähnchen, Köttbullar, Kartoffelpuffer, ChickenWings usw. mag, wird es lieben!

Im Grunde genommen kann das Teil alles, was auch ein (Umluft)Backofen kann. Nur eben geiler, schneller, einfacher. Übrigens: als nächstes steht ein frisches Brot auf meinen Air-Plan 😉

Du schmeißt die leckeren Sachen in den Korb, gerne auch zusammen, z.B. Currywurst und Pommes. Ein paar Tropfen Öl drauf (wegen kross und gold-gelb) und los geht’s. Einfach einschalten und machen lassen. Wir haben die Standardtemperatur auf 190° belassen, Du kannst aber auch jede andere Temperatur wählen. Nach 10min macht es piep – und Du hast die geilsten Pommes überhaupt. Ohne zwei Liter Öl und Gestank im Haus.

So wie wir heute. Den AirFryer gibt’s übrigens hier: https://amzn.to/2LxzZtU

Ach ja, bevor ist es vergesse: auf jedes Schnitzel gehört natürlich mind. ein Spiegelei. Für mich zumindest. Wie das geht, wisst Ihr ja.

Also: guten Appetit und lasst Euch die Zeit nicht lang werden! Essen geht schließlich immer.

Wo die Zeit stehen bleibt

„In einer Stunde können wir essen“ höre ich die vertraute Stimme aus der Ferne. Ein Blick auf die Uhr: viertel nach drei. Alles klar, das habe ich im Griff. Freude und Vorfreude huscht durch mein Gemüt. Freude, weil ich entgegen anderslautender Gerüchte in der Lage bin, auf die Zeit zu achten. Denke ich. Vorfreude, weil ich weiß, was es gleich zum Abendessen gibt.

Der Gedanke, dass zwischen viertel nach drei und Abendessen üblicherweise mehr als eine Stunde liegen, schafft es diesmal nicht durch die rosa Wolken aus Selbstüberschätzung und Appetit.

Ich werkel so vor mich hin, die innere Deadline auf vier Uhr gesetzt.

Nach einer Weile schaue ich routinemäßig auf die Uhr. Der Sekundenzeiger läuft, es ist viertel nach drei. „Ach, da hast Du ja noch Zeit. Lass mal was neues anfangen“ freue ich mich mit mir selbst. Ich bin umgeben von meinen besten Freunden, jeder an seinem Platz. Es ist still, nur der Wind pfeift ab und zu durch die Ritzen. Niemand sagt ein Wort, ich höre nur meinen eigenen Gedanken zu. Und die sind hier frei, an diesem magischen Ort. Seit kurzem gibt es sogar Licht, echtes Licht mit echten Schaltern. „Ich steh sogar manchmal nachts auf und hol mir welche schalte sie ein und aus! Aber leicht müssen sie gehen.“

Seit heute gibt es hier sogar zwei bequeme Sessel. Männerparadies.

Plötzlich geht die Tür auf. Ich denke an den Wind, der dies ab und zu schafft und drehe mich in Gedanken um, um sie wieder zu schließen. Unvermittelt schaue ich in bronzefarbene Augen, die vor Hohn und Spott nur so triefen „na Herr P., Zeit vergessen?“ höre ich eine ebenso belustigte wie spöttische Stimme.

„Nein, überhaupt nicht“ antworte ich triumphierend und drehe mich dabei schon zurück, um mit staatsmännischer Geste auf die Uhr zu zeigen. „es ist doch erst …„

Viertel nach drei.

„neunzeeeeeeehn Uhhhhhhrrrrr“ lacht es von draußen.

Mist, Batterie leer! Denke ich, nehme die Uhr herunter und die Batterie raus.

Mit vielen blumigen Worten versuche ich beim Essen, das Missgeschick zu erklären. Hätte ich mir sparen können, war aber lustig.

Mit einer frischen Batterie bewaffnet gehe ich am nächsten Tag federnden Schrittes zu meinem Kleinod. Ich lege die Batterie ein, prüfe den richtigen Sitz, klopfe zweimal ans Uhrengehäuse und drücke den Reset-Knopf. Wie auf Kommando fängt die Uhr an zu schnurren und zu laufen, stellt sich Dank Funktechnik auf viertel vor sechs und tut ihren Dienst. Bevor ich sie wieder an ihren Platz unübersehbar in der Mitte der Wand hänge, gibt es natürlich einen Uhrenvergleich. Check – iPhone und Paradiesuhr laufen synchron.

Also frisch und frei ans Werk. Immerhin habe ich ja noch einiges zu erledigen.

Ab und zu huscht mein Blick zu den Zeigern. Alles perfekt, die Uhr läuft.

Als ich keine Lust mehr habe und beschließe, für heute zu gehen, schaue ich nochmals auf die Uhr. Hmm, viertel nach sechs. „Das KANN nicht stimmen“ denke ich so bei mir und tatsächlich. Es ist geschmeidige drei Stunden später. Wie das so ist, wenn man sich in Projekten mit guten Freunden verliert.

Ich zucke mit den Schultern, nehme die Uhr von der Wand und schmeiße sie weg. Ist ja auch schon uralt das gute Stück, Zeit für den Ruhestand.

Am Abend grübele ich noch ein wenig darüber nach, woher ich denn nun eine neue Wanduhr bekomme. Aber schnell sind andere Dinge viel wichtiger und schöner.

Drei, vier Tage später – die Uhr ist längst vergessen – gehe ich mal wieder meine Freunde besuchen und die Ruhe genießen. Dabei fällt mein Blick auf den leeren Platz an der Wand und eine Erinnerung huscht mir durch den Kopf. Nebenan, bei den Fahrrädern. Da hängt doch auch eine Uhr. Und niemand braucht sie dort. Gedacht, getan. Die Uhr hängt noch dort, läuft und zeigt die richtige Zeit.

„na das war jetzt einfach“ freue ich mich. Die Uhr wechselt den Platz, ich auch und lasse mich zufrieden in den Sessel fallen. Ich bin umgeben von meinen besten Freunden, jeder an seinem Platz. Es ist still, nur der Wind pfeift ab und zu durch die Ritzen. Niemand sagt ein Wort, ich höre nur meinen eigenen Gedanken zu. Und die sind hier frei, an diesem magischen Ort. Seit kurzem gibt es sogar Licht, echtes Licht … naja, das hatten wir alles schon. Aber es fühlt sich wahnsinnig männlich an, sein Leben so im Griff zu haben.

Die Tage vergehen und es passiert dies und das. Also eher nix in dieser Zeit. Irgendwann brauche ich dringend einen meiner Freunde und gehe ihn holen. Dabei fällt mein Blick auf die (neue) Uhr: viertel nach elf. DAS wiederum stimmt aber nicht, denn draußen ist es schon dunkel. Und nein, auch nicht mitten in der Nacht. Sondern einfach halb fünf.

Freunde sollte man nicht vernachlässigen, aber das wurmt mich jetzt doch. Ich laufe zurück, hole eine frische Batterie und denke kurz daran, wieviel Zufälle es eigentlich geben kann. Zwei leere Batterien, kurz nacheinander. Naja, es ist wie es ist. Ich tue das übliche: klopfen, reseten, prüfen. Alles klar.

Inzwischen habe ich vergessen, was ich eigentlich hier wollte und widme mich irgendetwas anderem. Einige Zeit später: ich höre Stimmen von draußen, die sich nähern. Bevor ich hier „erwischt“ werde, gehe ich vor die Tür. Keine Gefahr, nur mit der Ruhe ist es aus. Eine gute Freundin des Hauses und die Hausbesetzerin selbst kommen mich besuchen. Wie schön!

Wir plaudern, ich zeige stolz mein Paradies und irgendwann wird es für die Freundin Zeit zu gehen. Sie schaut noch kurz auf die Uhr an der Wand und … „ach, es ist ja erst viertel nach elf. Dann habe ich ja noch Zeit“ sagt sie ohne den geringsten Versuch, ihren lästerhaften Unterton zu verbergen. Dreht sich um und geht, um mit Ihrem Mann zu Abend zu essen.

Ich bleibe alleine zurück, aus der Ferne höre ich das Lachen der geliebten Hausbesetzerin. Ich schaue mich um. Alle meine Freunde sind da, es ist schön hier.

„ach, was schert uns die Uhr?“ sage ich zur Bohrmaschine, „Hauptsache, ich fühle mich wohl in meiner Werkstatt!“

Da darf auch gerne mal die Zeit stehen bleiben.