Für immer Urlaub

Schön wär’s – aber leider nicht für uns. So gut geht es uns dann tatsächlich doch (noch) nicht. Aber wir arbeiten dran…

Nein, diese kleine, launige Seite geht in den Urlaub, wahrscheinlich für immer.

Es wird die Seite weiterhin geben, dafür sind die erlebten Geschichten viel zu schön. Aber es werden keine neuen Geschichten vom „Haus mit dem blauen Zaun“ mehr dazukommen.

„Oh, warum denn nicht?“

Das ist ganz einfach: wir erleben diese Geschichten nicht mehr. Wir haben nämlich beschlossen, „das Haus mit dem blauen Zaun“ zu verkaufen. Und so ist es geschehen – seit kurzem wohnen neue, ganz wunderbare Menschen in den alten Mauern.

Ich weiß, es ist noch gar nicht solange her, da sind wir voller Begeisterung und mit viel TamTam eingezogen. Das Haus und wir – das war die große Liebe. Ist es immer noch. Aber eine andere Liebe ist älter und noch größer: die Liebe zum Meer.

Seit Walter, das Wohnmobil bei uns eingezogen ist, waren wir viel unterwegs. Viel gesehen haben wir allerdings nicht. Denn wann immer wir spontan oder geplant losgefahren sind, hat es uns ans Meer gezogen. Die letzten sieben Male sogar immer an dieselbe Stelle. Und irgendwann war klar: so geht das nicht weiter.

Wenn wir schon ständig ans Meer fahren, können wir dort auch leben. Jedes Mal, wenn wir dort waren, fühlte es sich etwas mehr wie „zu Hause“ an. Dann können wir auch ein „zu Hause“ daraus machen, haben wir gedacht. Und getan.

Naja, ganz so einfach war es dann doch nicht. Ich will Euch hier jetzt nicht mit Besichtigungs- und Interessentenanekdoten langweilen – aber bei mehr als 400 Interessenten und über 30 Besichtigungen schaust Du in Abgründe, und zwar ohne Netz und doppelten Boden.

Da kommt der 17jährige Schnösel im Konfirmationsanzug hereinstolziert und will das „Vermögen der Familie gewinnbringend anlegen“. Blöd nur, dass seine beinharten Fragen 1:1 vom „Ratgeber Haus-Kauf“ auf Immowelt auswendig gelernt waren. Und beim angeblich erteilten Segen seines Vaters war eben jener zu fein, mich zurückzurufen und hat Mutti vorgeschickt, sich für das Verhalten ihres Sprößlings zu entschuldigen.

Eine nach eigenen Worten SEHR interessierte Familie trennt sich auf dem Weg zum Notar, eine andere entdeckt bei ihrem 15 jährigen Sohn nach der dritten Besichtigung spontan eine Allergie gegen Linden. Und wieder andere sind so alt und gebrechlich, dass sie die Treppe ins Obergeschoss nicht mehr hochkommen. Ganz überraschend bei einem 2-geschossigen Haus.

Ich wollte nicht lästern und Euch langweilen, aber den muss ich noch erzählen: ob wir das Haus nicht für den guten Zweck spenden wollen – eine 5-köpfige Kommune würde darin gerne „freie Gedanken, freie Liebe und 100% Selbstversorgung“ realisieren. Der Beweis, dass ein Leben ohne Zwänge und Unterdrückung möglich ist. Ich würde auch dankend auf ihrer website erwähnt.

Ich denke immer noch darüber nach.

Zum Glück haben wir eines schönen Abends (wir standen mit Walter gerade in … ja, genau!) telefoniert. Mein gegenüber am anderen Ende des Telefons war so überrascht, erfreut und euphorisch, dass wir doch glatt kurze Zeit später zusammen beim Notar saßen.

Und nun wohnen ganz wunderbare Menschen in dem Haus, lassen den blauen Zaun blau und gestalten alles andere so, wie wir es auch gemacht hätten. Wenn wir es nicht vorher anders gemacht hätten.

Und wir?

Sind immer noch unterwegs.

Das Drama, ein neues zu Hause an der Ostsee zu finden, erspare ich Euch nun wirklich. Aber am Ende hat es geklappt. Nur wohnen können wir darin noch nicht. Aus Gründen, die mit Farbe, Fliesen, Formalien und einer neuen Küche zu tun haben.

Aber bald, bald ist es soweit.

Bis dahin stehen wir mit Walter auf unserem Lieblingsstellplatz am Meer und ein bisschen fühlt es sich doch an, als hätten wir seit 9 Wochen Urlaub.

Wenn Ihr mehr darüber wissen wollt: besucht uns doch mal. Entweder direkt hier am Meer – oder digital unter www.die-platzbesetzer.de

Übrigens:
den ersten Bekannten, welchen wir hier zufällig am Strand, auf der Promenade oder sonst wo treffen, laden wir spontan zum Aperol ein – ob er/sie (oder wir) wollen oder nicht. So will es nämlich das Gesetz.

Autor: Björn Tiedemann (die-platzbesetzer.de)

Pirat, Autor, Freigeist, Chaot, Monk, kreativer Kopf, Wildfang .... stimmt alles gar nicht und irgendwie doch. Was ich am wenigsten mag, sind Schubladen. Dafür mag ich um so mehr Freiheit, Neugierde, Sonne, das Meer, meine Prinzessin, meine Kinder, das Unbekannte und gutes Essen. Kommt mit auf unsere Reise. Hier wird es bunt und launig, manchmal schräg und launisch. In jedem Fall aber echt und ehrlich. w www.die-platzbesetzer.de und die wohnen hier ww.dashausmitdemblauenzaun.de

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